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Rasante Darbietungen mit hohem Schwierigkeitsgrad
Beim Jahreskonzert des Hohner-Akkordeon-Orchesters zogen die einzelnen Ensembles in der Stadthalle wieder alle Register
 
Von unserem Mitarbeiter Gerhard Frank
 

Unter dem Dach des Hohner Akkordeon-Orchesters Hockenheim musizieren rund 200 Personen. Vorsitzender Jürgen Auer begrüßte in der voll besetzten Hockenheimer Stadthalle zum Konzert am vergangenen Sonntag besonders herzlich als Vertreter des Oberbürgermeisters dessen ersten Stellvertreter Alfred Rupp und seine Gattin und dazu die Vertreter der Banken, Kirchen, der kulturtragenden Vereine, der befreundeten Akkordeonorchester und die Ehrenmitglieder.

Die musikalischen Aktivitäten werden praktiziert in sechs Orchestern, die sich zusammensetzen nach Alter und Spielstärke, so dass jeder einen Platz finden kann im Bereich der Akkordeonmusik. Dirigiert werden alle sechs Orchester von hochqualifizierten Dirigenten, die eine Auswahl an Konzertliteratur bieten, jeweils abgestimmt auf die Orchestermitglieder und auf das Publikum. Dabei findet die breite Palette von der Klassik bis zur Volksmusik, der Unterhaltungsmusik und des Jazz Beachtung.

Im Vordergrund steht bei allen Orchestern die Begeisterung der Orchestermitglieder, die sich schon nach den ersten Takten auf die Zuhörer überträgt. So begann das Konzert mit dem Auftritt des 2. Orchesters, in dem zwölf Mitglieder musizieren, die fast schon alle im 1. Orchester praktiziert haben, aber aus zeitlichen oder sonstigen Gründen zumeist hier ein neues Betätigungsfeld gefunden haben. So erklang das "Concerto D'Amore des zeitgenössischen Holländers Jakob de Haan. Zu Beginn, wie fast alle Stücke des Konzerts, im Piano. Dabei hat Dirigent Roland Söhner in seinem Arrangement das Thema rhythmisch unterlegt. Dann folgte im Westernstyle ein Medley des Komponisten Ennio Morricone mit bekannten Melodien und "Keep Swingin".

Eigentlich ist das Hohner-Akkordeon-Orchester Hockenheim eine Akkordeon-Musikschule, die als wichtigen Bestandteil die Jugendarbeit betreibt. Silke Schwab leitet die Kiddy-Ausbildungsgruppe, sieben- bis achtjährige Kinder, die seit September vorigen Jahres in zwei Gruppen unterrichtet werden und die hier ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten. Sie waren sichtlich stolz auf den Beifall und werden im Gedächtnis behalten, dass das Publikum den Takt mitgeklatscht hat.

Das Kiddy-Orchester wird seit April von Johannes Grebencikov geleitet, der die Kinder zwischen neun und elf Jahren mit zwingender Gestik anregte, in die Tasten zu greifen. Die Titelmelodie aus dem Film "Mission Impossible" hat er selbst arrangiert.

Alt und Jung aus dem Publikum hatten ihre Freude und das auch beim Jugendorchester, das sich unter Leitung von Kerstin Reble vorstellte. Ausgewählt hatte die Dirigentin "Can you feel the love tonight" von Elton John, "Lemon Tree" und schließlich die bekannte Melodie "Always look on the bright side of life". Es ist abzusehen, dass viele Spieler von Kerstin Reble in das 1. Orchester überwechseln werden. Die Dirigentin gibt ihnen eine gute Ausbildung mit.

Die Handharmonika-Oldtimer werden seit 20 Jahren von Roland Söhner geleitet. Die Gründer dieser Orchestergruppe, Heiner Greif und Otto Reuther, hätten ihre Freude daran, mit welchem Können und welcher Begeisterung auch Orchestermitglieder, die schon über 70 Jahre alt sind, musizieren. Sehr feinfühlig gespielt erklangen die Grüße aus Salzburg und das modern temperamentvolle "Hootenanny". Bei der "Amboss-Polka" klatschte das Publikum mit.

Höhepunkt des Konzert war, wie in den Vorjahren, der Auftritt des 1. Orchesters unter der Leitung von Volker Weinkötz. Dieser Dirigent ist ein Glücksfall. Das 1. Orchester hat mit Darbietungen mit hohem Schwierigkeitsgrad, mit vielen Tempi- und Tonartwechseln und hohem musikalischen Niveau einen Stand erreicht, der vorbildlich ist. So urteilten Zuhörer aus dem Bereich der Akkordeonmusik. Man hatte seine Freunde daran zu sehen und zu hören, wie die Finger über die Tasten glitten.

Besonders bemerkenswert, dass die Register, die das Akkordeon bietet, fachgerecht und typisch ausgewählt wurden. Den Eindruck hatte man schon bei Leonard Bernsteins Ouvertüre zur Operette "Candide". Den Tango "Adios Nonino" von Piazzolla kann wohl mit keinem anderen Instrument besser interpretiert werden. Begeisterung erweckte auch das Medley "Gilbert O'Sullivan in Concert" und schließlich auch der akkordeontypische Jazz-Walzer "Valse Roulette". Nachdem "Eloise" gleichermaßen fetzig wie gefühlvoll interpretiert wurde, verlangte das Publikum stürmisch eine Zugabe. Der "Typewriter" von Leroy Anderson skizzierte musikalisch die Hockenheimer Pressearbeit. Sandra Pfister bediente mit flotten Fingern die Schreibmaschine und parodierte hinreinreißend die bekannte "Jerry Lewis"-Nummer. Jochen Wörner unterstütze gekonnt mit perkussiven "Ritsch" und "Ratsch" Einwürfen.

Die Darbietungen des 1. Orchesters bei diesem Konzert sind wohl auch für die Stadt Hockenheim ein Exportartikel. Man hofft auf Wiederholung bei Gelegenheit.





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